Mbit/s oder MB/s: Internetgeschwindigkeit richtig umrechnen
Internetanschlüsse werden meist in Megabit pro Sekunde beworben, geschrieben als Mbit/s, im Englischen auch Mbps oder Mb/s. Dateigrößen und Download-Programme rechnen dagegen oft in Megabyte und MB/s. Ein Byte besteht aus acht Bit – die Werte unterscheiden sich also schon um etwa den Faktor acht, bevor der Protokoll-Overhead überhaupt ins Spiel kommt.
Bits, Bytes und eine schnelle Umrechnung
Das kleine b steht für Bit, das große B für Byte. In Dezimaleinheiten entspricht 1 Mbit/s 1.000.000 Bit pro Sekunde und 1 MB/s 1.000.000 Byte pro Sekunde. Ein Anschluss mit 100 Mbit/s kommt damit theoretisch auf 12,5 MB/s: Teilen Sie die Megabit durch acht. Für die Gegenrichtung multiplizieren Sie MB/s mit acht. Auf die Groß- und Kleinschreibung kommt es an – Mbps und MB/s sind nicht dasselbe.
Bei Datei- und Speichergrößen kommen mitunter auch Binäreinheiten zum Einsatz. Ein MiB entspricht 1.048.576 Byte. Manche Software bezeichnet einen Binärwert als „MB“, was beim Vergleich von Ergebnissen eine weitere, kleinere Abweichung erzeugt. Achten Sie deshalb auf das Symbol und auf die Zählweise, vor allem wenn sich die Werte nur um wenige Prozent unterscheiden.
Eine Downloadzeit abschätzen
Eine Datei von 1 GB in Dezimaleinheiten umfasst rund 8 Gigabit. Bei einer dauerhaft nutzbaren Rate von 100 Mbit/s dauert die Übertragung im Idealfall etwa 80 Sekunden. In der Praxis kommt Overhead durch Ethernet, IP, TCP oder QUIC, Verschlüsselung und die Anwendung hinzu. Auch der entfernte Server kann langsamer senden. Die beworbene Tarifgeschwindigkeit beschreibt meist eine Maximal- oder Nennrate unter bestimmten Bedingungen, kein Versprechen für jede Datei.
Zeigt der Browser 10 MB/s statt der erwarteten „100“, rechnen Sie zuerst die Einheiten um: 10 MB/s sind rund 80 Mbit/s. Erst danach lohnt ein Blick auf WLAN, andere Geräte am Anschluss, Serverlimits sowie die Frage, ob Upload oder Download gemessen wurde. Eine Ping-Zeit in Millisekunden lässt sich nicht mit einer Übertragungsrate in Byte pro Sekunde vergleichen – beide messen unterschiedliche Eigenschaften.
Unter sinnvollen Bedingungen messen
Führen Sie den Internet-Geschwindigkeitstest von 2IP mehrmals durch, am besten per Ethernet und während andere große Übertragungen pausieren. Prüfen Sie Download und Upload getrennt; die Werte können stark voneinander abweichen. Messen Sie eine Dateiübertragung über einen ausreichend langen Zeitraum, damit Anlaufzeit und Caches den Durchschnitt nicht verzerren. Vergleichen Sie die Ergebnisse in denselben Einheiten mit Ihrem Tarif.
Für Telefonate oder Spiele reicht der Durchsatz allein nicht aus. Berücksichtigen Sie auch Verzögerung, deren Schwankungen und Paketverlust, wie im Leitfaden zu Latenz und Jitter beschrieben. Schreiben Sie die Einheit immer direkt neben die Zahl, damit ein Unterschied in der Schreibweise nicht für einen Netzwerkfehler gehalten wird.
Das NIST unterscheidet Dezimalpräfixe wie Mega von Binärpräfixen wie Mebi. Deshalb weichen MB und MiB voneinander ab, auch wenn sie dieselbe Anzahl an Bytes beschreiben.