Latenz, Jitter und Paketverlust: Was jede Kennzahl bedeutet
Ein schnelles Download-Ergebnis garantiert kein reibungsloses Telefonat und kein flüssiges Spiel. Interaktiver Verkehr hängt außerdem von der Latenz, von deren Schwankungen, dem sogenannten Jitter, und vom Paketverlust ab. Jede Kennzahl beschreibt einen anderen Aspekt der Verbindung; messen Sie sie daher getrennt, bevor Sie Geräte austauschen oder einem Server die Schuld geben.
Drei Messungen, drei unterschiedliche Fragen
Latenz ist die Zeit, die Daten für den Weg zwischen zwei Punkten benötigen. Ein Ping-Ergebnis gibt meist die Round-Trip-Time (RTT) an: die Zeitspanne vom Senden eines Testpakets bis zum Empfang der Antwort. Jitter beschreibt die Schwankung zwischen aufeinanderfolgenden Verzögerungen. Antworten, die nach 20, 21, 90 und 18 Millisekunden eintreffen, können einen akzeptablen Durchschnitt haben und dennoch einen störenden Ausreißer enthalten. Paketverlust bedeutet, dass ein Testpaket oder seine Antwort nicht innerhalb des Zeitlimits des Tests angekommen ist. Überlastung ist eine mögliche Ursache, gezieltes Filtern von Diagnoseverkehr eine andere.
Diese Kennzahlen beeinflussen sich gegenseitig, sind aber nicht austauschbar. Eine Leitung, die eine große Datei schnell überträgt, kann während eines Uploads im Router eine Warteschlange aufbauen und so kurze Pakete eines Anrufs verzögern. Eine einzelne langsame Antwort eines zwischengeschalteten Routers ist ein schwacher Hinweis auf ein Ende-zu-Ende-Problem: Router können ICMP-Antworten niedrig priorisieren, während sie normalen Verkehr weiterleiten.
Eine praktische Testabfolge
Senden Sie mit der Erreichbarkeitsprüfung von 2IP (Ping und Traceroute) eine Reihe von Testpaketen an dasselbe Ziel. Notieren Sie Ziel, Uhrzeit, minimale und maximale RTT sowie unbeantwortete Testpakete. Wiederholen Sie den Test über Ethernet oder ein anderes Netzwerk. Führen Sie den Internet-Geschwindigkeitstest von 2IP separat durch; Durchsatz und Verzögerung beantworten unterschiedliche Fragen. Zeigt WLAN Ausreißer, die über Ethernet nicht auftreten, untersuchen Sie zuerst Signalqualität, Störungen und andere Geräte im lokalen Netzwerk.
Halten Sie die Bedingungen vergleichbar: derselbe Server, dasselbe Gerät, dieselbe Methode und ungefähr dieselbe Tageszeit. Prüfen Sie sowohl eine unbelastete Verbindung als auch eine, über die gerade ein großer Upload läuft. Ein starker Anstieg der RTT unter Last deutet auf Warteschlangen hin; eine reine DNS-Änderung wird das kaum beheben. Mehrere kurze Tests über einen Zeitraum sind nützlicher als ein einzelner Screenshot während eines unerklärten Ausreißers.
Ergebnisse im Kontext der Anwendung bewerten
Es gibt keinen allgemeingültigen Jitter-Grenzwert, der jedes Spiel und jeden Anruf gut macht. Anwendungen unterscheiden sich darin, wie sie Audio puffern, Verluste ausgleichen und Netzwerkpfade wählen. Verlorene ICMP-Antworten sind nicht automatisch verlorene Medienpakete. Hat nur ein Dienst Probleme, prüfen Sie dessen eigene Statistiken und Statusmeldungen. Eine Routenverfolgung kann helfen, ein Muster zu lokalisieren, doch ihre Testpakete können einen anderen Weg nehmen als die Anwendung.
RFC 792 beschreibt die ICMP-Echo-Nachrichten, die Ping üblicherweise verwendet. Es definiert den Mechanismus, nicht einen einheitlichen Qualitätswert für jede Anwendung. Vergleichen Sie wiederholte Ergebnisse mit den Symptomen, die Nutzer tatsächlich bemerken.