Bits und Bytes: Was bedeuten MB, MiB, GB und GiB?
Ein Byte (B) besteht aus acht Bit (b). Die Geschwindigkeit von Internetverbindungen wird meist in Bit pro Sekunde angegeben, Datei- und Speichergrößen dagegen in Byte. Die Präfixe sind entscheidend: Die dezimalen Einheiten kB, MB und GB sind nicht dasselbe wie die binären KiB, MiB und GiB.
Dezimale und binäre Präfixe
Im dezimalen SI-System ist 1 kB gleich 1.000 B, 1 MB gleich 1.000.000 B und 1 GB gleich 1.000.000.000 B. Binäre Einheiten verwenden Potenzen von 1.024: 1 KiB sind 1.024 B, 1 MiB sind 1.048.576 B und 1 GiB sind 1.073.741.824 B. Ebenso unterscheiden sich TB und TiB sowie PB und PiB. Ältere Software verwendete „KB“ teilweise für 1.024 Byte, sodass eine unerklärte Abkürzung mehrdeutig sein kann. Die NIST-Tabelle der binären Präfixe nennt die genauen Bezeichnungen und Werte.
Warum ein Laufwerk kleiner erscheint
Ein als 1 TB verkauftes Laufwerk umfasst etwa 1.000.000.000.000 Byte. In binären Einheiten ausgedrückt sind das rund 931 GiB. Betriebssysteme beschriften Einheiten unter Umständen anders, und Dateisysteme oder Wiederherstellungspartitionen verringern den nutzbaren Platz zusätzlich. Es fehlen also nicht zwangsläufig Bytes. Vergleichen Sie die Byte-Anzahl und die angezeigte Einheit, bevor Sie ein defektes Gerät vermuten. Ebenso sind 500 GiB etwa 7,4 Prozent mehr Speicher als 500 GB, obwohl die Bezeichnungen sehr ähnlich aussehen.
Ein Übertragungsbeispiel durchrechnen
Eine Datei mit 100 MB enthält in dezimaler Schreibweise 100.000.000 Byte, also etwa 95,4 MiB. Über eine Verbindung mit 100 Mbit/s beträgt die ideale Übertragungszeit acht Sekunden: Multiplizieren Sie die Bytes mit acht, um Bits zu erhalten, und teilen Sie durch 100 Millionen Bit pro Sekunde. Echte Übertragungen dauern meist länger, wegen Protokoll-Overhead, Latenz, Überlastung, Serverbegrenzungen und anderem Datenverkehr. Ein kleines b steht für Bit, ein großes B für Byte. Wer beides verwechselt, liegt um den Faktor acht daneben – und das noch bevor dezimale und binäre Präfixe ins Spiel kommen.
Wie Sie eine Größe exakt angeben
Wenn Sie einen Tarif, einen Download-Fortschrittsbalken oder eine Speicherangabe vergleichen und es auf Genauigkeit ankommt, nennen Sie die ursprüngliche Anzahl an Bytes. Rechnen Sie ausdrücklich in die gewählte Einheit um und geben Sie an, ob sie dezimal oder binär ist. Addieren Sie keine Werte in MB und MiB ohne Umrechnung. Steht in einer Spezifikation nur „500 GB“, die Rechnung scheint aber mit dem Faktor 1.024 zu arbeiten, prüfen Sie die Produktdokumentation, statt eine Konvention anzunehmen. Dieselbe Sorgfalt hilft bei Angaben zur Speicherauslastung, zu Backup-Größen oder zu Übertragungsraten im Netzwerk.
Warum Speedtests Mbit/s und Downloads MB/s anzeigen
Internettarife und Geschwindigkeitstests verwenden normalerweise Bit pro Sekunde, Dateiprogramme dagegen oft Byte pro Sekunde. 800 Mbit/s entsprechen daher vor Abzug des Overheads einer Obergrenze von etwa 100 MB/s. Lesen Sie dazu den praktischen Leitfaden zu Mbit/s und MB/s.