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Traceroute erklärt: Hops, Timeouts und Netzwerkrouten

Traceroute zeigt zu Diagnosezwecken den möglichen Weg, den Pakete zu einem Ziel nehmen. Es listet die antwortenden Hops und die Antwortzeiten auf die Testpakete auf. Ein Trace ist eine Momentaufnahme unter bestimmten Netzbedingungen – weder eine dauerhafte Karte des Internets noch ein Beweis dafür, welchen Weg jedes Anwendungspaket nimmt.

Wie Traceroute die Hops ermittelt

Das Programm sendet Testpakete mit schrittweise erhöhtem Hop-Limit: TTL bei IPv4 und Hop Limit bei IPv6. Ein Router, der das Limit auf null herunterzählt, kann mit einer ICMP-Meldung Time Exceeded antworten. Durch Wiederholen entsteht eine Folge antwortender Geräte auf dem Hinweg.

Je nach Betriebssystem und Optionen verwenden die Testpakete UDP, ICMP oder TCP. Firewalls und Netzwerkrichtlinien behandeln diese unterschiedlich, sodass ein anderer Pakettyp einen anderen Trace ergeben kann. Ein TCP-Test auf den Port des Dienstes ist manchmal aussagekräftiger als der standardmäßige UDP-Test.

Zeiten und Sternchen richtig lesen

Jede Zeile steht für eine Hop-Nummer; die Zeiten in einer Zeile gehören zu einzelnen Testpaketen und bilden keine fortlaufende Messung. Ein Sternchen bedeutet meist, dass vor Ablauf des Timeouts keine Antwort ankam. Der Router kann normalen Datenverkehr trotzdem weiterleiten und nur die Antwort verweigern oder Diagnosemeldungen drosseln.

Eine hohe Antwortzeit an einem Zwischen-Hop ist nicht zwangsläufig ein Engpass. Prüfen Sie, ob spätere Hops und das Ziel selbst einen ähnlichen Anstieg zeigen. Der Rückweg kann über eine andere Route laufen, und Lastverteilung kann Testpakete über verschiedene Hinwege schicken. Deshalb wird ein einzelner Trace leicht falsch gedeutet.

Fehlersuche in der richtigen Reihenfolge

Unter Linux und auf vielen macOS-Systemen probieren Sie traceroute example.com, unter Windows tracert example.com. Notieren Sie Ziel, gewähltes Protokoll, Uhrzeit und verwendetes Netz. Führen Sie mehrere Traces durch und vergleichen Sie sie mit einem direkten Test der Anwendung. Verwenden Sie eine Domain, die Ihnen gehört oder für deren Diagnose Sie berechtigt sind.

Enden alle Testpakete an einem Hop, die Website funktioniert aber, liegt das an den Grenzen der Diagnose. Ist auch das Ziel nicht erreichbar, vergleichen Sie Traces aus einem anderen Netz und prüfen Sie DNS, Firewallregeln und den Dienst selbst. Geben Sie Ihrem Provider kompakte Ergebnisse weiter; ein Trace allein klärt nicht, wer einen Fehler verursacht hat.

Speichern Sie die vollständige Ausgabe und nicht nur den letzten antwortenden Hop: Fehlende Antworten unterwegs bei erfolgreicher Antwort am Ziel bedeuten etwas anderes als ein Ziel, das nie antwortet.

BGP, Anycast und Routenänderungen

Traceroute beobachtet den Weg einzelner Testpakete, nicht direkt die BGP-Richtlinie. Eine geänderte Peering-Beziehung kann die Abfolge der Hops ändern, und mit Anycast kann dieselbe IP zu einem anderen Standort führen. Siehe wie Traceroute funktioniert, BGP und ASNs sowie Anycast.