Was macht das RIPE NCC mit IP-Adressen und ASNs?
Das RIPE NCC ist die regionale Internet-Registry für Europa, den Nahen Osten und Teile Zentralasiens. Es vergibt und registriert Internet-Nummernressourcen, darunter IP-Adressraum und autonome Systemnummern (ASNs), nach den in seiner Region geltenden Richtlinien. Außerdem pflegt es eine Datenbank mit Registrierungs- und Kontaktinformationen, die Netzbetreiber nutzen.
RIPE ist eine Community, das RIPE NCC eine Organisation
RIPE ist ein offenes Forum, in dem Netzwerkfachleute über den Betrieb des Internets diskutieren und Richtlinien für Ressourcen entwickeln. Das RIPE NCC ist eine eigenständige gemeinnützige Organisation, die diese Richtlinien umsetzt und Dienste für ihre Mitglieder und Ressourceninhaber erbringt. Der Vorsitz der Community, die Geschäftsführung des RIPE NCC und der Vorstand der Organisation haben unterschiedliche Aufgaben. Wer welches Amt innehat, ändert sich mit der Zeit; eine zeitlose Erklärung nützt mehr als eine Namensliste, die bald veraltet ist. Aktuelle Funktionen finden Sie auf der Website der Organisation.
Was die Datenbank verrät
Eine Abfrage der RIPE Database kann die Registrierung eines IP-Präfixes, einer ASN, einer Organisation sowie technische Kontakte und Abuse-Kontakte zeigen. Diese Einträge helfen Betreibern, das Routing abzustimmen und Probleme zu melden. Sie zeigen nicht, wer bei einem Vorfall an einem bestimmten Computer saß. Ein Provider kann Adressen dynamisch zuweisen, eine öffentliche IPv4-Adresse unter vielen Kunden aufteilen oder einen Proxy betreiben. Wenn Sie verdächtigen Datenverkehr untersuchen, notieren Sie die Adresse, einen genauen Zeitstempel mit Zeitzone und eine kurze Beschreibung, bevor Sie sich an den zuständigen Netzbetreiber wenden. Senden Sie keine personenbezogenen Daten, die der Betreiber nicht benötigt.
Wie man Internet-Nummernressourcen erhält
Für Anträge auf IPv4, IPv6 und ASNs gelten unterschiedliche Regeln und vertragliche Anforderungen. Das RIPE NCC hat seinen freien IPv4-Pool für die normale Vergabe ausgeschöpft; manche IPv4-Zuteilungsanträge laufen unter eingeschränkten Bedingungen über eine Warteliste. Neue providerunabhängige IPv4-Zuweisungen vergibt es nicht mehr, IPv6-PI ist gemäß seiner Richtlinie weiterhin erhältlich. Eine ASN allein verschafft keinen Internetzugang: Der Inhaber braucht weiterhin Netzanbindungen und eine Routing-Konfiguration. Die offizielle Ressourcenseite des RIPE NCC verlinkt die aktuellen Richtlinien und Verfahren.
Ein Ergebnis verantwortungsvoll nutzen
Ressourceninhaber, Routenregistrierung und autonomes System hängen zusammen, sind aber verschiedene Objekte. Ein übereinstimmender Name in einem Eintrag ersetzt nicht die Prüfung der anderen Einträge oder die Bestätigung der aktuellen betrieblichen Gegebenheiten. Registrierungsdaten können zudem unvollständig oder veraltet sein. Bei einem Sicherheitsvorfall können die Protokolle und Zeitangaben des Betreibers nötig sein, um eine Adresse einem Kunden zuzuordnen. Bei einer geschäftlichen Entscheidung prüfen Sie Eigentum und Übertragungsbedingungen über das zuständige Registry-Verfahren, statt anzunehmen, dass ein öffentlich sichtbarer Eintrag eine Transaktion belegt.
RDAP und BGP ergänzen die Registry-Daten
Ein Registrierungsobjekt beschreibt die Vergabe einer Ressource, nicht den aktuellen Weg des Datenverkehrs. RDAP bietet strukturierten Zugriff auf Registrierungsdaten, BGP erklärt die Erreichbarkeit zwischen autonomen Systemen. Siehe RDAP sowie BGP und ASNs.