Was ist DNS-Propagation?
DNS-Propagation ist die umgangssprachliche Bezeichnung für den Zeitraum, in dem Resolver nach der Änderung eines Eintrags noch unterschiedliche Antworten liefern. DNS verteilt einen neuen Wert nicht gleichzeitig an alle Server. Rekursive Resolver holen Antworten bei Bedarf ab und dürfen sie für die zulässige Lebensdauer in einem Cache vorhalten.
Warum Antworten voneinander abweichen
Angenommen, ein Website-Betreiber ändert einen A-Eintrag von einer IP-Adresse auf eine andere. Der autoritative Server kennt bereits den neuen Wert, doch der rekursive Resolver eines Besuchers hat kurz zuvor den alten gespeichert. Bis diese zwischengespeicherte Antwort abläuft, landet der Besucher möglicherweise noch auf dem bisherigen Server. Die TTL gibt an, wie lange eine Antwort zwischengespeichert werden darf; die verbleibende Zeit hängt davon ab, wann dieser Resolver die vorherige Antwort erhalten hat.
Etwas anderes ist es, die Delegation einer Domain auf neue Nameserver umzustellen. Auch Delegationsinformationen können zwischengespeichert werden, daher müssen beim Wechsel des DNS-Anbieters sowohl die alte als auch die neue Zone berücksichtigt werden. Solange Anfragen noch der alten Delegation folgen, bringt es nichts, einen Eintrag im Panel des neuen Anbieters zu bearbeiten.
Die richtige Ebene prüfen
Ermitteln Sie zuerst die aktuell autoritativen Nameserver. Fragen Sie dort den konkreten Eintrag ab und vergleichen Sie das Ergebnis mit einigen rekursiven Resolvern. Mit der DNS-Propagationsprüfung von 2IP vergleichen Sie die sichtbaren Antworten, mit der Domain-Konfigurationsprüfung von 2IP untersuchen Sie einzelne Einträge. Notieren Sie Uhrzeit, exakten Namen und Typ: A, AAAA, MX und TXT sind voneinander unabhängig.
Liefert ein autoritativer Server noch den alten Wert, hilft es nicht, auf das Ablaufen von Caches zu warten. Prüfen Sie, welcher Anbieter die aktive Zone hostet und ob die Änderung gespeichert wurde. Sind die autoritativen Antworten neu, einige rekursive Resolver aber noch alt, lassen Sie die zwischengespeicherten Einträge ablaufen. Wer während der Diagnose immer wieder Änderungen vornimmt, kann den zeitlichen Ablauf später kaum noch nachvollziehen.
Eine Änderung sicherer planen
Senken Sie vor einer geplanten Migration die TTL des alten Eintrags so frühzeitig, dass dessen bisherige Lebensdauer verstreichen kann. Bereiten Sie den neuen Server vor dem Umschalten vor und lassen Sie den bisherigen nach Möglichkeit während des Übergangs weiter Anfragen beantworten. Prüfen Sie bei E-Mail neben MX auch die zugehörigen Adress- und TXT-Einträge.
Wenn Sie den Cache auf Ihrem eigenen Computer leeren, betrifft das nur einen Teil des Weges – die Resolver anderer Nutzer bleiben davon unberührt. Ein TLS-Fehler oder eine defekte Anwendung kann auch bei korrektem DNS bestehen bleiben. TTL und Caching sind in RFC 1035 festgelegt, das Zwischenspeichern negativer Antworten in RFC 2308.
Ziehen Web- und Maildienste gemeinsam um, testen Sie deren DNS-Einträge getrennt. Eine funktionierende Webseite beweist nicht, dass die E-Mail-Zustellung wiederhergestellt ist.