Öffentliche und private IP-Adressen: Was ist der Unterschied?
Eine öffentliche IP-Adresse dient der Kommunikation über das Internet und muss im öffentlichen Routing-Raum eindeutig sein. Eine private IPv4-Adresse ist für ein lokales Netz gedacht: Dieselbe Adresse, etwa 192.168.1.10, kann gleichzeitig in verschiedenen Haushalten verwendet werden. Um eine in den Einstellungen angezeigte Adresse richtig einzuordnen, unterscheiden Sie zwischen Gerät, Router und Provider.
Welche IPv4-Bereiche sind privat?
RFC 1918 reserviert drei Bereiche: 10.0.0.0/8, 172.16.0.0/12 und 192.168.0.0/16. Heimrouter nutzen häufig den letzten. Der Block 172.16.0.0/12 reicht von 172.16.0.0 bis 172.31.255.255; eine Adresse ist nicht schon deshalb privat, weil sie mit 172 beginnt. Diese Adressen lassen sich in getrennten lokalen Netzen wiederverwenden, daher leiten gewöhnliche Internetrouter keine Pakete an sie als global erreichbare Ziele weiter. 127.0.0.1 ist eine Loopback-Adresse und 169.254.0.0/16 ist link-lokal: Keine von beiden gehört zu den drei Bereichen aus RFC 1918.
Wo Sie die Adresse des Geräts und die externe Adresse prüfen
Die Netzwerkeinstellungen Ihres Geräts zeigen die Adresse der WLAN- oder Ethernet-Schnittstelle. Diese Adresse kann privat sein. Die Statusseite des Routers zeigt die Adresse seiner externen Schnittstelle, während die IP-Abfrage von 2IP die Adresse anzeigt, von der Ihre Anfrage diese Website erreicht. Vergleichen Sie die Werte. Hat die externe Schnittstelle des Routers eine private Adresse, sitzt davor ein weiterer Router oder eine weitere Übersetzungsebene. Sieht die Website eine andere Adresse als die externe des Routers, kann ein VPN, ein Proxy oder Carrier-Grade NAT die Ursache sein.
Welche Rolle NAT spielt
Ein Heimrouter setzt ausgehende Verbindungen mehrerer Geräte mit privaten Adressen meist auf eine einzige externe IPv4-Adresse um. Er verfolgt jede Verbindung und leitet Antworten an das richtige Gerät zurück. Deshalb sieht eine Website für mehrere Smartphones und Computer womöglich nur eine IP-Adresse. NAT ist für sich genommen keine vollständige Sicherheitsrichtlinie: Ob eingehende Zugriffe möglich sind, hängt auch von Firewallregeln und Portweiterleitungen ab. Wenn Sie zu Hause einen Dienst betreiben wollen, ist die externe IP nur der erste Schritt.
Ein Beispiel und wichtige Grenzen
Ein Smartphone nutzt 192.168.1.20, während sein Router eine öffentliche Internetadresse hat. In einem zweiten Haushalt kann ein Smartphone dieselbe private Adresse haben, ohne dass es zu einem Konflikt kommt, solange die lokalen Netze getrennt bleiben. Liegt die externe Adresse des Routers in 100.64.0.0/10, handelt es sich um gemeinsam genutzten Adressraum für Providernetze, der sich von den privaten Bereichen aus RFC 1918 unterscheidet. Eine öffentliche Adresse verrät weder die Identität einer Person noch ihren genauen Standort; sie kann sich ändern oder geteilt sein. Prüfen Sie den gesamten Netzwerkpfad, bevor Sie aus einer einzelnen Zahl Schlüsse ziehen.