HTTP/3 und QUIC: So funktioniert moderner Web-Transport
HTTP/3 ist eine HTTP-Version, die statt der bekannten Kombination aus HTTP/2, TLS und TCP auf QUIC setzt. QUIC läuft über UDP, bringt aber zuverlässige Streams, Überlastkontrolle und einen sicheren Verbindungsaufbau mit. Allein dadurch, dass eine Website HTTP/3 unterstützt, lädt noch nicht jede Seite schnell.
Was sich gegenüber HTTP/2 ändert
Methoden wie GET und die Statuscodes behalten ihre gewohnte Bedeutung – anders ist nur, wie die Nachrichten transportiert werden. HTTP/2 bündelt mehrere Streams in einer einzigen TCP-Verbindung. Fehlt ein TCP-Segment, kann das auf der Transportebene auch die Daten anderer Streams aufhalten. QUIC verwaltet die Streams selbst, sodass ein Verlust in einem Stream die übrigen derselben Verbindung nicht auf diese Weise blockiert. In Netzen mit Paketverlust kann das helfen, große Entfernungen oder einen langsamen Server gleicht es jedoch nicht aus.
QUIC integriert eine auf TLS 1.3 basierende Absicherung direkt in den Handshake. „Über UDP“ heißt also nicht, dass Seiteninhalte im Klartext übertragen werden: HTTP/3 nutzt eine geschützte Verbindung. Bei wiederholten Verbindungen lässt sich ein Teil der Aufbauzeit unter Umständen einsparen, je nachdem, was Client und Server bereits voneinander wissen. Wie groß der Vorteil ausfällt, hängt von der Implementierung und den Netzbedingungen ab – einen festen Geschwindigkeitsgewinn gibt es nicht.
Port 443 und Fallback
HTTP/3 nutzt üblicherweise UDP-Port 443, HTTPS mit HTTP/2 dagegen TCP-Port 443. Blockiert eine Firewall UDP, kommt eine QUIC-Verbindung womöglich gar nicht erst zustande. Clients können dann auf eine andere unterstützte HTTP-Version über TCP ausweichen. Eine Sperre von UDP 443 macht eine Website deshalb nicht zwingend unerreichbar, kann aber die Performance verändern und die Fehlersuche erschweren. Ein Test von TCP-Port 443, etwa mit der Portprüfung von 2IP, sagt nichts darüber aus, ob HTTP/3 unterstützt wird.
In den Entwicklertools des Browsers sehen Sie, welches Protokoll eine einzelne Anfrage verwendet hat. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Feature-Liste Ihres Hosters: CDN, Reverse Proxy und eingebettete Ressourcen können jeweils eigene Verbindungen nutzen. Um die Live-Website zu prüfen, stellen Sie eine Anfrage mit einem geeigneten Client und sehen nach, was tatsächlich ausgehandelt wurde. Einen Blick von außen ergänzt die Website-Informationsabfrage von 2IP.
Wo es etwas bringt
HTTP/3 kann von Vorteil sein, wenn Pakete verloren gehen oder ein Mobilgerät den Netzwerkpfad wechselt – vorausgesetzt, die Implementierungen unterstützen die entsprechenden Mechanismen. Überdimensionierte Bilder, unnötige Skripte oder langsamen Anwendungscode behebt es nicht. Messen Sie Ladezeit und Nutzererlebnis statt nur auf die Protokollbezeichnung zu schauen. Die Einzelheiten regeln die Spezifikationen zu HTTP/3 und QUIC. Welche Transportprotokolle darunter liegen, erklärt der Leitfaden zu TCP und UDP.